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Montag, 21. Dezember 2009

Eigentlich

Eigentlich hatte ich beschlossen, als aktiver Nutzer aus dem Internet zu verschwinden, und dementsprechend meinen Twitter - Account und meine beiden Blogs platt gemacht.... Da es aber sein könnte, ich wollte dennoch noch einmal etwas sagen, wurde "Tiniaden" aus dem Winterschlaf erweckt und steht nun zur gelegentlichen, seltenen Verwendung wieder zur Verfügung. Allerdings soll der Zeitaufwand sich in engen Grenzen halten. Rezensionen z.B. wird es von mir nicht mehr geben - ich nutze die Zeit lieber zum Lesen (gerade Walsers "Angstblüte").
Derweil habe ich einige Lücken in meiner Bibliothek schließen können : Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", eine Fauser - Werkausgabe, "The History of Sir Charles Grandison" von Samuel Richardson - allerdings nicht in der gewünschten Ausgabe - und - als Zeugnis meines bibliomanischen Wahnsinns - die hundertbändige Ausgabe der Romane Jules Vernes sind nun mein und forcieren die schon bestehenden Lagerungsprobleme....

Mittwoch, 11. November 2009

Aus gegebenem Anlaß : Rezensionsexemplare

Blogzeit 110911 in den unendlichen Weiten des Internet nahe der Galaxie Warenwelt mit einem Klasse - Buch - Planeten : Logbuch des Buchblogs :

e-mail einer fremden Lebensform wird auf dem Hauptschirm sichtbar. Die unbekannte Lebensform identifiziert sich als Autor und wünscht Rezension eines von ihm verfassten Buches, das allerdings nicht in die von mir bevorzugte Kategorie zu rechnen ist, sondern eindeutig in meine Definition von Genreliteratur fällt, die mich allenfalls am Rande zu interessieren vermag. Dies ist so auch in einer Seite zu der Annahme von Rezensionsexemplaren deutlich vermerkt. Bevor ich antwortete, habe ich erst einmal Verlag - mir bekannt - Autor - unbekannt und Debütant - und Buch recherchiert. Dabei stieß ich dann bei a*ma*zon auf zwei Kundenrezensionen, die bezeichnenderweise mit "anonym" und "anonymous" gekennzeichnet waren und das Buch gut bewerteten. Beide Rezensenten waren noch nicht bzw nur mit einer weiteren Rezension eines Buches desselben Verlages in Erscheinung getreten, boten außer einer Inhaltsangabe kaum Anhaltspunkte für eine Wertung und ließen mich stark vermuten, sie seien entweder vom Verlag oder der zuständigen PR - Agentur veröffentlicht worden. Dementsprechend deutlich fiel meine Antwort an den Autor aus : ich nähme gern das Rezensionsexemplar entgegen, würde es auch rezensieren, allerdings könne er mit einer Gefälligkeitsrezension nicht rechnen. Ähnliches steht auch in meinen Richtlinien zur Annahme von Rezensionsexemplaren, ich habe es im Anschluß an diesen Kontakt noch einmal deutlicher gefasst. Erwartungsgemäß verzichtete der betreffende Autor dann doch auf meine Mitwirkung...

Ich wäre jetzt nicht ich, wenn ein solches Geschehen nicht einige allgemeinere Gedankengänge beförderte :

Vor ein, zwei Tagen gab es die Meldung, daß ein Spiele - Software - Hersteller ein Spiel an eine Computerspiel - Zeitschrift nur herausgeben wolle, wenn das Testurteil entsprechend positiv ausfiele. Das Buch "Kaufen ! statt Lesen!" von Gunther Nickel beschäftigt sich - allerdings nur im Ansatz - mit einem ähnlichen Phänomen im literarischen / feuilletonistischen Betrieb, gibt ansonsten allerdings eher ein Protokoll einer Konferenz vom 27.3.2004 "Literaturkritik. Zukunftsaussichten eines alten Gewerbes", die sich speziell mit Kundenrezensionen bei online - Buchhändlern beschäftigt. Dennoch bleibt die Grundfrage hoch interessant : inwieweit darf / soll Literaturkritik unabhängig sein, darf es Rezensionsexemplare geben, die an Wohlverhalten geknüpft werden, und ist Markterfolg - egal zu welchem Preis - alles. Welche Zusammenarbeit kann es noch mit Verlagen, Autoren oder PR - Agenturen geben, wenn die journalistische / bloggende Unabhängigkeit derart gefährdet scheint ?

Ich denke, es ist nicht abwegig, zu behaupten, allein die Platzierung einer Rezension im Netz oder in einer Zeitung, befördert die allgemeinen Zwecke des Buchmarketings, denn der Titel wird wahrgenommen, bei den etwas ausführlicheren Rezensionen beschäftigt sich der Leser auch weitergehender mit den Inhalten, Thesen und Herangehensweisen eines Autors und könnte - selbst bei einer negativen Wertung des Rezensenten - animiert werden, sich selbst anhand des Originaltextes mit einem Buch auseinanderzusetzen. Das allerdings setzt Relevanz des Mediums / des Rezensenten voraus, Verläßlichkeit und eine Grundlage an Vertrauen zu seinen Aussagen. Wo Buch - PR mehr - oder eigentlich : weniger - will, gerät das Unternehmen Buchkritik in eher problematisches Fahrwasser, denn schnell wird der Rezensent zum Jubelperser degradiert, Feuilleton - oder Blogleser für dumm verkauft. Ich kann mir durchaus intelligente Steuerungsmechanismen denken, die auch Zeitungskritiker in der einen oder anderen Weise beeinflussen könnten, etwa durch gezielte Zuordnung von Titeln zu bestimmten Medien oder Rezensenten, deren Vorlieben und Aversionen man eruiert hat, den Tausch Rezensionsexemplar gegen Meinung dürfte es aber in nennenswerter Weise bei etablierten Feuilletons nicht geben. Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren, die Praxis, komplette Ratgeberartikel von durch Anbieter beauftragte PR - Unternehmen zu übernehmen, läßt da mögliche Entwicklungen vorausahnen.

Online scheint es da direkter zur Sache zu gehen. Schon die Verlinkung zu bestimmten online - shops sehe ich eher kritisch, denn schon da stößt man an die Grenzen der Unabhängigkeit, überschreitet sie aber nicht zwangsläufig. Größere Buchplattformen werden ohne Partnerprogramme schwerlich überleben können, bei kleinen Blogs, die entweder bei Gratis - Angeboten oder für wenig Gels gehostet werden können, sehe ich die Notwendigkeit einer Refinanzierung nicht wirklich. Konsequenterweise - beim Anbieter meines Hauptblogs ist eine kommerzielle Nutzung jeder Art nicht gestattet - bezahle ich dort sogar, um Nutzern den Anblick von durch den Anbieter geschalteter Adsense - Werbung zu ersparen.

Jeder freut sich, wenn ein Verlag an einen herantritt, um ein Rezensionsexemplar anzudienen, denn im günstigsten Fall erhält man als Rezensent ein Buch, mit dessen Kauf man eh schon liebäugelte oder dessen Inhalt einem entgegenkommt. Darauf scheinen vor allem kleinere Verlage, BoD - oder Eigenverlage zu spekulieren und das vermutlich nicht zu Unrecht. Das allerdings möchte ich auch darauf zurückführen, daß Buch - bzw. Rezensionsblogs eher nicht als ernstzunehmend wahrgenommen werden. Ich denke, mit genug Klinkenputzen bei den wichtigeren Verlagen, könnte man als regelmäßiger, ernsthafter Blogrezensent auch von größeren Verlagen Rezensionsexemplare unter Einhaltung der ethischen Norm - journalistische, inhaltliche und zeitliche Unabhängigkeit - erhalten, doch liegt es mir fern, betteln zu gehen.

Ansprechender sind für Verlage in jedem Falle Fans, etwa bestimmter Autoren oder Subgenres (Fantasy, besser noch All - Age - Fantasy, chicklit), die eher unkritisch in Büchern versinken, sinnlose Zitate aneinanderreihen und sie für Ergüsse höchster Weisheit oder mindestens für verlustfreie Spiegelungen ihres inneren Selbst halten. Lesen - egal welcher Mist da konsumiert wird - ist ein Wert an sich, es fehlen oft genug allein schon Belesenheit und kritischer Abstand, um überhaupt relevante Urteile über die Qualität von Büchern zu fällen. Ein weiteres Positivum ist die Ballung von Gleichgesinnten in solchen Blogs oder auch Foren, die sich gegenseitig bestärken, in ihren eigenen Blogs Werbung weitertragen und höchstbefriedigt seufzen. Man macht es da einfach, übernimmt oft genug - unter Umgehung aller Urheberrechte - Klappentexte oder amazon - Inhaltsangaben und fügt eine kaum fundierte, immer aber eher emotionale Bewertung dazu, bekommt dafür sehnsüchtige Kommentare - will auch, will auch - und fertig ist ungetrübtes Marketing vom Feinsten...

Will man das steigern, gründet man als Verlag eine Art von Leser / Rezensentenclub, lost regelmäßig für Kurzeindrücke Leseexemplare aus, die dann rezensiert werden sollen (Extrapunkte für schwarmartige Verbreitung auf anderen Plattformen wie eigenen Blogs oder in Foren).

Die Überlegung - und das zeigt ja auch a*ma*zon - ist im Grunde vom Marketinggesichtspunkt nicht verkehrt. Durch ernsthafte Literatur und ernsthafte Kritik werden nur Minderheiten, eher besser gebildet, literarisch vorgebildet und mit intellektuellerer Herangehensweise, wirklich angesprochen, dementsprechend ist das im Feuilleton widergespiegelte Marktsegment eher ein kleiner Ausschnitt der alljährlichen Buchproduktion, aber auch der eigentlich kaufenden und konsumierenden Leserschicht. Es wäre vermutlich auch nicht viel gewonnen, nähme sich das hochoffizielle Feuilleton solcher wackerer Kämpen wie Hohlbein, Heitz, Stephenie Meyer. Pilcher oder Evanovich an und zerisse sie gemütlich in der Art von Schecks Schnelldurchlauf durch die Bestsellerlisten, denn Fans und Leser mit betont emotionalem Zugang zu ihren eskapistischen Märchenreichen nähmen das entweder überhaupt nicht wahr oder filterten die für sie entstehenden Mißtöne schlicht aus.

Man kann daraus schließen, daß ich von den wenigsten Buchblogs oder auch Buchforen viel halte. Natürlich gibt es in jedem Forum eine erkleckliche Anzahl von Lesern, die sich um Relevanz in ihren Äußerungen bemüht (in einem der von mir besuchten Foren mögen es maximal 10 Prozent sein, eher weniger) und ähnlich düster sieht meine Einschätzung bei den unzähligen Bücher - und Rezensionblogs aus. Und hier schließt sich der Kreis dann doch, denn im Rahmen solcher Einschätzungen scheinen auch Autoren, PR - Menschen und Verlage ihre Aktivitäten zu streuen und eben unkritisches Entgegenkommen einzufordern. Buchblogs der genannten Art haben in meinen Augen, gerade für deren BetreiberInnen und LeserInnen womöglich eher soziale, sozialisierende Funktionen, weniger aber eine (hoch)kulturelle, die dem feuilletonistischen Ansatz - auch im Internet zu eigen sein müßte und meiner Einschätzung nach auch sollte. Dennoch will ich deren Existenz nicht generell in Frage stellen (meine Bloglist im Hauptblog listet sie unterschiedslos auf), doch mögen sie nicht zum Maßstab genommen werden, was Blogs und andere Plattformen im Umgang mit Büchern zu leisten vermögen und auch leisten sollten.

Man möge aus meiner Tirade nicht schließen, daß "ReadingEase" das beste aller möglichen Rezensionsblogs oder derartiger Internetprojekte sei, aber ich denke schon, es gehört zu den besseren (zu denen auch einige, wenige amazon - Rezensenten zu zählen wären). ;) Doch sind sie zu wenige, um gegen die schwätzende Flut der marketingkonformen, eher nichtssagenden Blogs anzukommen, zumal ja auch die Strategie der Verlage - und Buchhandlungen sich immer mehr von der Schaffung und dem Vertrieb kultureller Güter zur Gewinnmaximierung ändert.

Im Moment werde ich - nach Rücksprache - weiterhin Rezensionsexemplare annehmen, allerdings jede Rezension eines solchen Buches kennzeichnen. Sollten sich aber derartige unsittliche Angebote häufen, werde ich die Zusendung generell und strikt verweigern. Nötig hätte ich kostenlose Bücher nicht, allein den ungelesenen Bestand zu Rezensionen zu verarbeiten, nähme Jahrzehnte in Anspruch....

Dienstag, 3. November 2009

SWR - Bestenliste November 2009

Platz 1 (6) 74 Punkte
DAVID GROSSMAN: Eine Frau flieht vor einer Nachricht

Carl Hanser Verlag
Mittelschwere Lektüre
736 Seiten, 24,90 Euro

Platz 2 (-) 71 Punkte
LUTZ SEILER: Die Zeitwaage

Suhrkamp Verlag
Mittelschwere Lektüre
284 Seiten, 22,80 Euro

Platz 3 (1-2) 46 Punkte
STEPHAN THOME: Grenzgang

Suhrkamp Verlag
Mittelschwere Lektüre
454 Seiten, 22,80 Euro

Platz 4 (-) 41 Punkte
BOTHO STRAUSS: Vom Aufenthalt

Carl Hanser Verlag
Mittelschwere Lektüre
296 Seiten, 19,90 Euro

Platz 5 (4) 39 Punkte
BRIGITTE KRONAUER: Zwei schwarze Jäger

Klett-Cotta Verlag
Mittelschwere Lektüre
286 Seiten, 21,90 Euro

Platz 6 (3) 35 Punkte
ROBERTO BOLAÑO: 2666

Carl Hanser Verlag
Schwierigere Lektüre
1096 Seiten, 29,90 Euro

Platz 7-8 (-) 31 Punkte
ERNST-WILHELM HÄNDLER: Welt aus Glas

Frankfurter Verlagsanstalt
Mittelschwere Lektüre
608 Seiten, 25,00 Euro

Platz 7-8 (-) 31 Punkte
DIETER WELLERSHOFF: Der Himmel ist kein Ort

Verlag Kiepenheuer & Witsch
Leichtere Lektüre
304 Seiten, 19,95 Euro

Platz 9 (-) 30 Punkte
NORBERT SCHEUER: Überm Rauschen

Verlag C. H. Beck
Mittelschwere Lektüre
176 Seiten, 17,90 Euro

Platz 10 (-) 25 Punkte
DAVID WAGNER: Vier Äpfel

Rowohlt Verlag
Mittelschwere Lektüre
167 Seiten, 17,90 Euro

Persönliche Empfehlung im November
von Rainer Schmitz (München):
HENRI ALAIN-FOURNIER: Der große Meaulnes

Rowohlt Verlag
320 Seiten, 16,00 Euro

Sonntag, 25. Oktober 2009

NDR - Sachbuch - Preis

Den Sachbuch - Preis des NDR erhält 2009 :

Jürgen Osterhammel: "Die Verwandlung der Welt"
Verlag C.H. Beck, München 2009
1.568 Seiten, gebunden, EUR 49,90

Hierin widmet sich der Autor der Geschichte des 19. Jahrhunderts in globaler Perspektive.

Mit jeweils einem zweiten Platz ausgezeichnet hat die Jury außerdem Dieter Richters Buch "Der Süden. Geschichte einer Himmelsrichtung" und "Der taumelnde Kontinent. Europa 1900 – 1914" von Philipp Blom.

Quelle : NDR

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Über das Lesen

Letztlich wurde ein alter Foren - Thread ausgegraben, der sich mit dem vermeintlichen Gegensatz von "Lesen" und "Leben" beschäftigte, und auch mein Beitrag erschien nach 5 Jahren wieder an der Oberfläche. Ich antwortete auf Folgendes :

>Hallo !
>Kürzlich habe ich einen alten Bekannten getroffen, mit dem ich mich früher gern über Bücher und Literatur unterhalten habe. Ich fragte ihn beiläufig, wie es denn mit dem Lesen sei, was ihn zur Zeit besonders interessiere. Er sagte mir zu meinem Erstaunen folgendes: "Ich stehe nun mit beiden Füssen im Leben. Seither lese ich kaum mehr was, höchstens Fachliteratur. Entweder man steht im Leben oder man liest Romane." Zuerst habe ich mich ziemlich geärgert über diese Aussage, dann hat sie mich aber doch zum Nachdenken gebracht. Nun meine Frage an euch: Seht ihr das Lesen als passive Haltung oder als aktives Handeln an ?


Das hört sich nach dem Ausschalten der Reflektionsebene an. In Franzens Essayband gibt es dazu ein paar interessante Thesen. Es gebe - so die von ihm zitierte empirische Sozialwissenschaftlerin - zwei Arten von Lesern, einmal die, die das wegen der Erziehung, des Vorbildes und des gesellschaftlichen "comme il faut" tun, und die, die in Büchern eine Kommunikation mit sich selbst oder einem bestimmten Freiraum suchen. Zu letzteren gehöre ich. Egal also, wieviel an Leben sich mir bietet, werde ich immer Zeiten benötigen, an denen ich mich zurückziehe und mittels eines Buches mit mir - und dem Buch - zu kommunizieren beginne. Lesen ist für mich also eine Ebene der Reflektion, ein ständiger Abgleich zwischen dem Leben, der Realität und den aus - guter - Literatur eventuell ablesbaren Grundstrukturen der menschlichen Existenz. Das wird mich nicht unbedingt weiser machen und nur bedingt gewappneter, aber es hält sicher den Geist frei, sich mit allen möglichen Erscheinungen des "Lebens", der Realität auseinanderzusetzen. Ein Nichtleben, ein Leben aus zweiter Hand ist m.E. sowieso undenkbar, eine biologische und psychologische Unmöglichkeit, denn egal, wie reduziert der Auftritt in der Außenwelt ist ( und bei mir durch Nichtarbeit, Behinderung schon ein gutes Stück), so lebe ich dennoch, tagtäglich, minütlich und sekündlich und das unvermeidlich....

Dienstag, 20. Oktober 2009

Das geht überhaupt nicht

Frau Seyran Ates, ihres Zeichens Rechtsanwältin, Publizistin und Autorin hat vor kurzem ein Buch veröffentlicht, dessen Titel "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution" für manch einen als Provokation daherkommt, die auch Autorin und Verlag mit Sicherheit nicht ausgeblendet haben. Ich kenne bislang keines ihrer Bücher, allerdings etliche ihrer öffentlichen Äußerungen, die weder konservativen Muslimen noch alternativ - bewegten Deutschen wirklich haben gefallen können. Bereits 2006 hatte sie nach Bedrohungen durch den Ex - Ehemann ihrer Klientin bei einem Scheidungsprozess ihre anwaltliche Zulassung zurückgegeben und war aus Sicherheitsgründen der Öffentlichkeit ferngeblieben, bis sie ein gutes Jahr später wieder als Rechtsanwältin arbeiten wollte.
Wie man heute einer Meldung der Deutschen Welle entnehmen konnte, sind Frau Ates und wohl auch ihre Familie wegen der Veröffentlichung ihres obengenannten Buches mit dem Tode bedroht worden.
Das geht überhaupt nicht. Egal, wer sich bemüßigt fühlen mag, seiner Empörung über ungeliebte Thesen Ausdruck zu verleihen : die Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit, des Lebens und des persönlichen Eigentums, der beruflichen Tätigkeit ist weder akzeptabel, noch hinnehmbar.
Ich habe per Mail Frau Ates meine Solidarität bekundet, auch wenn das von mir kleinem Licht vermutlich eher lästig gewesen sein mag. Aber Todesdrohungen gegen Menschen allgemein, Autoren im Besonderen finde ich schlicht zum Kotzen. Und als Liebhaber des geschriebenen Wortes sehe ich mich berufen, ein wenig für dessen Schutz beizutragen.

Montag, 19. Oktober 2009

Über das Kommentieren

Ein Blog lebt auch von seinen Kommentaren, zumindest wenn die Inhalte solche begünstigen oder erlauben. Mein Hauptblog hat ab und an welche aufzuweisen, auch wenn es denn doch eine gewisse Konsumhaltung begünstigen mag.
Ich habe unterschiedliche Arten von Kommentaren und Kommentatoren festgestellt, die ebenso unterschiedlich das Bloggerherz beglücken - oder auch nicht :

1. der automatisch aussortierte Spam - akismet ist da zuverlässig.
2. der dilettantische, per Hand und Kommentator - URL betriebene Spam, der sich mit nichtssagendem Lob erschöpft.
3. Die Feststellung übereinstimmender Meinungen zu einem Buch oder aber abweichender Einschätzungen. Das kann bis zur Gegenrezension gehen.
4. emotional sehr befriedigend : Das Lob der Qualität des Blogbeitrages
5. als Perle : die inhaltliche Auseinandersetzung mit einigen in der Rezension aufgestellten Thesen.

Bei den Höhepunkten 4 und 5 weiß man, warum man öffentlich rezensiert und wozu die Kommentarfunktion dienen kann.

Montag, 12. Oktober 2009

Deutscher Buchpreis 2009

Heute abend wurde - lang erwartet - der Deutsche Buchpreis 2009 verliehen. Gewinnerin ist die Berliner Autorin Kathrin Schmidt mit ihrem Roman "Du stirbst nicht", in dem sie mit autobiographischem Bezug die langsame Rekonvaleszenz einer an einem Ge3hirnschlag erkrankten Schriftstellerin schildert, die ihr Leben, die Welt und vor allem ihre Sprache zurückerobern will und wird.... Ich habe es gelesen und für gut und preiswürdig befunden und bin dementsprechend mit der Entscheidung zufrieden.

Ich lese gerade :


Vladimir Zarev
Familienbrand

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Nein, das war ziemlich daneben und wenig sachgerecht....
tinius - 12. Nov, 11:51
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Ich glaube nicht, dass diese "Veträglichkeitsprüfung".. .
Gregor Keuschnig - 12. Nov, 10:11
Ja, es ging mir nicht...
Ja, es ging mir nicht wirklich darum, daß ich...
tinius - 11. Nov, 23:05
Buchblogs haben aus vielen...
Buchblogs haben aus vielen in Deinem Beitrag genannten...
Gregor Keuschnig - 11. Nov, 19:58
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tinius - 11. Nov, 02:36
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tinius - 3. Nov, 17:32
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Den Sachbuch - Preis des NDR erhält 2009 : Jürgen...
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Mein Hauptblog heißt...
Mein Hauptblog heißt ReadingEase und ist bei...
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Ganz lieben Dank für die äusserst herzliche...
lou-salome - 24. Okt, 22:25
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tinius - 24. Okt, 04:09
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Ein Leben ohne lesen? Ohne Bücher? Unvorstellbar....
lou-salome - 24. Okt, 00:37
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Ja : Alexander Schimmelbusch: Blut im Wasser. Roman...
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Ich finde nirgends im web einen Preisträger. Weißt...
Heidi (Gast) - 23. Okt, 23:29
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Letztlich wurde ein alter Foren - Thread ausgegraben,...
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Frau Seyran Ates, ihres Zeichens Rechtsanwältin,...
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tinius - 19. Okt, 19:52
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DEUTSCHER BUCHPREIS: KLAUSENS SHORTLIST-STATISTIK 2005...
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Heute abend wurde - lang erwartet - der Deutsche Buchpreis...
tinius - 12. Okt, 20:21
An die beabsichtigte...
An die beabsichtigte Marktwirkung hatte ich nicht gedacht....
Gregor Keuschnig - 9. Okt, 13:31

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Die Winterreifenpflicht...
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Deutsche Schadensersatzzahlungen...
Deutsche Schadensersatzzahlungen würden mich schon...
begleitschreiben - 12. Dez, 02:38
Als Anrede oder Gruß...
Als Anrede oder Gruß ist "ahoj" in Tschechien...
taintedtalents - 12. Dez, 00:44
Dann wird also eine meiner...
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AnjaOdra - 8. Dez, 13:53
Es geht mir auch so.
Es geht mir auch so.
help - 26. Nov, 00:04
In der Account - Übersicht...
In der Account - Übersicht stehen statt der abonnierten...
help - 25. Nov, 01:48
Es war wieder mal fürchterlich...
Es war wieder mal fürchterlich übertrieben....
litart - 15. Nov, 23:56
Ich kenn das eher mit...
Ich kenn das eher mit dem Auf dem Schoß liegen,...
tria - 15. Nov, 21:45

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